TeBa - Therapie zum elementaren Bindungsaufbau


Die Therapie zum elementaren Bindungsaufbau (TeBa) ist indiziert, wenn ein Kind oder Erwachsener Schwierigkeiten hat, das Angebot an Nähe und Beziehung zu Eltern oder zu einer vertrauten Person anzunehmen bzw. sie selbst aktiv aufzusuchen.

Für Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf ist erfolgreiches Lernen nur dann möglich, wenn sie auf eine sichere Bindung zurückgreifen können. Denn Lernen und der Aufbau von Motivation erfolgt zu Beginn fast ausschließlich für die Beziehung.

Was ein Kind lernt

Ein Kind, das wir ermutigen, lernt Selbstvertrauen.


Ein Kind, dem wir mit Toleranz begegnen, lernt Offenheit.


Ein Kind, das Aufrichtigkeit erlebt, lernt Achtung.


Ein Kind, dem wir Zuneigung schenken, lernt Freundschaft.


Ein Kind, dem wir Geborgenheit geben, lernt Vertrauen.


Ein Kind, das geliebt und umarmt wird, lernt, zu lieben und zu umarmen und die Liebe dieser Welt zu empfangen.

Die erste und wichtigste Bindung eines Jeden ist die zu Mutter und Vater. Wo Geborgenheit und Liebe nicht angenommen werden kann, wird versucht seine Sehnsucht zu betäuben mit verschiedensten Mitteln. 
Man zieht sich verängstigt zurück und verstummt.
 Man wird unruhig und aggressiv.

Eine intensive und sichere Bindung zu Mutter und Vater gibt Sicherheit und Selbstvertrauen, aus ihr heraus sind wir in der Lage im positiven Miteinander verlässlich unser Leben zu gestalten und Herausforderungen zu bewältigen.

Eine sichere Bindung ist die beste Grundlage für Exploration und damit für eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Feinfühlige Zuwendung fordert die optimale Entwicklung des frühkindlichen Gehirns und gibt Sicherheit für den Übergang zu außerfamiliärer Bildung, Betreuung und Erziehung.

Sichere Bindungen sind damit die beste Grundlage für erfolgreiches lebenslanges Lernen. Frühkindliche emotionale Erfahrungen beeinflussen die funktionelle Entwicklung des Gehirns (Braun et.al. 2002). 

Ein sicheres Bindungsverhalten ist der beste Schutzfaktor für die Persönlichkeitsentwicklung. Er bildet die Basis für die umfassende psychische Entwicklung (emotional, kognitive und Verhaltensentwicklung) sowie für die Stabilisierung des Immunsystems durch eine gut abgestimmte Stressregulation.

Jeder Mensch hat ein angeborenes Motivationssystem, das bei Überforderung oder Angst die Herstellung von Nähe zu einer „Sicherheitspendenden“ Person steuert. Dieses „Bindungsverhaltenssystem“ bietet einen Überlebensvorteil.

Das Bindungsverhaltenssystem wird bei jeder Überforderung, Stress oder Bedrohung des Individuums aktiviert, das Kind zeigt durch Weinen, Rufen, Nachlaufen oder das Ausstrecken der Ärmchen seine Not und sein Bedürfnis nach Nähe.

Bindungsverhalten (Wunsch nach Nähe) und Erkundungsverhalten (Spielen, die Welt erforschen) regulieren sich normalerweise gegenseitig. Durch Stress und Belastung wird Bindungsverhalten aktiviert. Es beendet Erkundungsverhalten sofort. Trost und angemessener Körperkontakt durch die Bindungsperson beenden das Bindungsverhalten, das Kind spielt wieder und erkundet die Umwelt (Bindungs-Explorations-Balance).