LOVT Camp für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung

vom 06. bis 10.07.2018 auf den "Rimpfhöfen" im Vinschgau.

Auf „Rimpf“ fühlten sich die teilnehmenden Familien ebenso wohl wie die Camp-Leiterin.


Presse: Bericht im "der Vinschger" vom 17.07.2018

„Herausholen, was in ihnen steckt“

Erstmals LOVT-Camp für Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom und deren Eltern.

„In Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom steckt viel mehr, als oft angenommen wird. Viele Betroffene sind unterfordert. Es geht daher darum, das herauszuholen, was in ihnen steckt und dabei spielt die Anstrengung eine bedeutende Rolle.“ So umschrieb Sabine Berndt am 7. Juli auf dem Unterrimpfhof in Kortsch das von ihr entwickelte LOVT-Konzept. Sie leitete auf dem Kulturhof das erste LOVT-Camp Vinschgau, an dem 7 Mädchen und Buben mit Down-Syndrom im Alter von 12 bis 18 Jahren zusammen mit ihren Eltern teilgenommen haben. Die teilnehmenden Familien stammten aus unterschiedlichen Landesteilen, zwei davon aus dem Vinschgau. Organisiert bzw. ausgeschrieben hatten das 5-tägige Camp Irene Steiner Tscholl und Anna Maria Bernhard Jörg, die Ansprechpartnerinnen für die Sprengel Ober- und Mittelvinschgau des Arbeitskreises Eltern Behinderter, kurz AEB. LOVT steht übrigens für lösungsorientiertes Verhaltenstraining. Sabine Berndt: „Oft wissen weder Eltern noch Lehrer, Therapeuten oder Erzieher, warum ihre Erziehungsziele nicht zur Umsetzung kommen und die Kinder genau das Gegenteil von dem tun, was für ihre Entwicklung wünschenswert wäre.“Das LOVT- Konzept biete die Möglichkeit, „ungünstige Signale zu erkennen, sie wahrzunehmen und auf die jeweilige Situation zu reagieren, sodass es dem Kind möglich wird, ein für seine Entwicklung und sein Lernen positives Verhalten dauerhaft zu erlernen. Um all diese feinen Verhaltenssignale von Erwachsenen und Kind in den jeweiligen Situationen besser erkennen zu können, nutzen wir vorwiegend die Aufzeichnung mittels Videokamera. So haben wir die Möglichkeit, bereits feinste Veränderungen in Gestik, Mimik, Tonfall, Blickkontaktusw. gut zu erkennen.“ Zu den Schwerpunkten des Camps gehörten die täglichen Stunden im „Lernstübchen“ unter LOVT-Anleitung mit Videoanalysen sowie Einzelgespräche mit den Familien. Ein weiteres Merkmal des Camps war es, dass fast alles gemeinsam gemacht wurde. Die Palette reichte vom gemeinsamen Zubereiten des Frühstücks bis hin zu gemeinsamer Morgengymnastik und gemeinsamen Unternehmungen. So wurde zum Beispiel der Waldseilgarten Laas im Litzer Waldele besucht. An einem anderen Tag ging es zum Reitstall im Litzer Waldele. Auch Wanderungen gehörten zum Rahmenprogramm. Sabine Berndt, die längere Zeit als Ergotherapeutin in Hamburg in einem eigenen Therapiezentrum gearbeitet hatte und 2014 in Bayern (Pfaffenwinkel) eine neue Praxis eröffnet hat, war von der Natur und der Landschaft sowie vom Ambiente der Rimpfhöfe stark beeindruckt und begeistert: „Schon allein dieser Ort animiert die Jugendlichen und Familien dazu, Neues zu wagen und über sich hinauszuwachsen.“ 


Bild links: Die Camp-Leiterin Sabine Berndt (Bildmitte) mit den AEB-Ansprechpartnerinnen Anna Maria Bernhard Jörg (links) und Irene Steiner Tscholl.

Bild rechts: Gesprächsrunde im Freien.

Bild unten: Lernstübchen.