Das LOVT/TeBa Konzept - was macht es so einzigartig


Das LOVT- Konzept hat das Rad nicht neu erfunden, es hat viele vorhandene Räder zu einem äußerst stabilen und vielseitig einsetzbarem „Fahrzeug“ verbaut.

Das es Bindung und Beziehung als Basis braucht um eine gute, möglichst die beste Entwicklung zu geben wird, auch durch wissenschaftliche Erkenntnisse, immer deutlicher.

Die Qualität von Bindung und Beziehung hat entscheidenden Einfluss auf das Entwicklungspotential eines jeden.

Ungleichgewichte fallen meist dadurch auf, dass Verhaltensprobleme auftreten, die leidvoll für den einzelnen, aber auch für ganze Familiensysteme sind. 

Die Person die eine Lösung braucht steht nie allein, sie steht in Interaktion mit diesem System, dass sie beeinflusst(beeinflussen kann)und das von ihr beeinflusst wird. Deshalb ist das Verständnis systemischer Zusammenhänge im aktuellen Familienverbund  etwas elementar Wichtiges.

Auch können die gewünschten Veränderungen meist nicht erreicht werden, wenn sich bestimmte Interaktionsmuster nicht verändern und auch ein anderes Bewusstsein innerhalb der Familiensystems Einzug hält, dass diese Veränderungen ermöglicht.

Daher sind die Bindungsarbeit und die verhaltenstherapeutisch-systemorientierte Familienarbeit  Grundpfeiler des LOVT/TeBa- Konzeptes. Es ist wichtig zu erkennen, dass es unmöglich ist nur von einem Teil des Systems Veränderungen zu erwarten.

Die verhaltenstherapeutischen Anteile beziehen sich auf die Lernpsychologie, die Motivationspsychologie, die Prinzipien der klassischen und der operanten Konditionierung. Ziel ist die Veränderung des Verhaltens der Person im Sinne einer besseren Problemlösung. In jedem Menschen steckt das Potential etwas zum positiven in seinem Leben zu verändern. Deshalb ist es zum Einen wichtig aufzuzeigen welche Möglichkeiten vorhanden sind, zum Anderen was verändert werden muss und welche ungünstigen Automatismen zu überwinden sind.

Die Videogestützte Arbeit/ sekundengenaue Videoanalyse versetzt uns in die Lage unbewusste Verhaltensmuster sichtbar und damit bewusst zu machen und durch sekundengenaues Arbeiten auch feinste Reaktionen zu erkennen. Genau in diesen kleinsten Zeiteinheiten liegen oft die unbewussten Verursacher verschiedenster Interaktionsprobleme.

Wichtig ist im LOVT-Konzept nicht nur die Analyse des IST- Zustandes sondern auch ein gezieltes Training bestimmter Sequenzen zur erwünschten Veränderung der Situation.

Dies geschieht nicht nur für die Klienten sondern ist immer auch Bestandteil der Selbstreflexion im Umgang mit dem Klienten.

Das LOVT/TeBa-Konzept legt großen Wert auf die Integration all dieser Bestandteile in seiner Arbeit. Erlernt und in der Gesprächsführung trainiert werden ein hohes Maß an persönlicher Eigensteuerung, Empathie und Klarheit zum Wohl der Klienten.

Dabei orientiert sich das LOVT/TeBa- Konzept immer an den neusten Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung.

Es ist  kein in Stein gemeißeltes Arbeitskonzept sondern entwickelt sich stets weiter in dem Bestreben das Beste zum Wohle aller.

LOVT - lösungsorientiertes Verhaltenstraining

Das LOVT-Konzept ist ein verhaltenstherapeutisch-lösungsorientierter Therapie- und Interventionsansatz.

Es wurde entwickelt, um Therapeuten und anderen Fachkräften ein Hilfsmittel an die Hand zu geben effektiv in Familien und  anderen Systemen zu arbeiten. Es ist ein Arbeitskonzept, das vielseitig einsetzbar ist und auf der Grundlage von Bindungsforschung, Lernpsychologie und dem Verständnis von Familiensystemen aufgebaut ist.

Das LOVT-Konzept ist ein verhaltenstherapeutisch-lösungsorientierter Therapie- und Interventionsansatz. Es orientiert sich auf der Basis von Ergebnissen der psychologischen Grundlagenforschung und an den Ressourcen von Betroffenen und deren Familien. Dieser Ansatz wird ständig weiterentwickelt und deckt den gesamten Altersbereich, vom Baby über den Jugendlichen, bis zum Erwachsenen, ab.

Für den Bereich der Down-Kinder, autistische Kinder, Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen/Verhaltensauffälligkeiten usw. – als auch für Kinder mit Lernschwierigkeiten wird dieses Konzept erfolgreich eingesetzt. Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Prävention von seelischen Störungen.

Das LOVT-Konzept umfasst die Therapie mit Babys, Kindern und Jugendlichen.

Die positive Beziehung zwischen den Kindern und ihren Bezugspersonen steht als wichtiges Ziel im Zentrum jeder Behandlung. Die Beziehung dient als Brücke zum Aufbau von „ich will mich anstrengen“ und zum Aufbau positiver Eigensteuerung in den verschiedensten Lebensbereichen. Eine günstige Eigensteuerung bedeutet hohe Motivation, Anstrengungsbereitschaft, Selbstsicherheit, Kooperation mit den Bezugspersonen (auch Therapeuten, Lehrern, Erziehern), positiver Umgang mit schwierigen Fördersituationen und positiver Umgang mit den eigenen Schwierigkeiten. Das LOVT-Konzept ermöglicht selbst bei extrem unkooperativen, lernunwilligen Kindern eine hohe Lernmotivation aufzubauen. Die Kinder lernen in ihrem eigenen Tempo, gemäß ihrer individuellen Fähigkeiten, zu lernen.

Das LOVT-Konzept nutzt die Videotechnik, um das Verhalten – wieso man etwas macht – zu analysieren. Es geht dabei um das Erlernen der Wahrnehmung, der eigenen, unbewussten Signale, die ungünstig bei der Forderung des Lernens für das Kind sein können.

Das Ziel dieses Ansatzes ist es, ungünstige, unbewusste Signale bewusst zu machen und anschließend zu versuchen, neues, alternatives Verhalten und somit hilfreiche Signale aufzubauen. Dies ist dann ein erster Schritt zur positiven Außensteuerung der Bezugspersonen. Das Kind kann durch die positive Außensteuerung (d.h. günstige Signale und angemessene Rückmeldung durch die Bezugsperson) lernen, eine günstige Eigensteuerung aufzubauen.

Da das LOVT-Konzept ein lösungsorientierter Ansatz ist, wird mit den Bezugspersonen ein zielorientiertes Anamnesegespräch geführt und bei der Therapie auf die jeweiligen Ressourcen der Familien geachtet.

TeBa - Therapie zum elementaren Bindungsaufbau

Die Therapie zum elementaren Bindungsaufbau (TeBa) ist indiziert, wenn ein Kind oder Erwachsener Schwierigkeiten hat, das Angebot an Nähe und Beziehung zu Eltern oder zu einer vertrauten Person anzunehmen bzw. sie selbst aktiv aufzusuchen.

Für Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf ist erfolgreiches Lernen nur dann möglich, wenn sie auf eine sichere Bindung zurückgreifen können. Denn Lernen und der Aufbau von Motivation erfolgt zu Beginn fast ausschließlich für die Beziehung.

Was ein Kind lernt

Ein Kind, das wir ermutigen, lernt Selbstvertrauen.


Ein Kind, dem wir mit Toleranz begegnen, lernt Offenheit.


Ein Kind, das Aufrichtigkeit erlebt, lernt Achtung.


Ein Kind, dem wir Zuneigung schenken, lernt Freundschaft.


Ein Kind, dem wir Geborgenheit geben, lernt Vertrauen.


Ein Kind, das geliebt und umarmt wird, lernt, zu lieben und zu umarmen und die Liebe dieser Welt zu empfangen.

Die erste und wichtigste Bindung eines Jeden ist die zu Mutter und Vater. Wo Geborgenheit und Liebe nicht angenommen werden kann, wird versucht seine Sehnsucht zu betäuben mit verschiedensten Mitteln. 
Man zieht sich verängstigt zurück und verstummt.
 Man wird unruhig und aggressiv.

Eine intensive und sichere Bindung zu Mutter und Vater gibt Sicherheit und Selbstvertrauen, aus ihr heraus sind wir in der Lage im positiven Miteinander verlässlich unser Leben zu gestalten und Herausforderungen zu bewältigen.

Eine sichere Bindung ist die beste Grundlage für Exploration und damit für eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Feinfühlige Zuwendung fordert die optimale Entwicklung des frühkindlichen Gehirns und gibt Sicherheit für den Übergang zu außerfamiliärer Bildung, Betreuung und Erziehung.

Sichere Bindungen sind damit die beste Grundlage für erfolgreiches lebenslanges Lernen. Frühkindliche emotionale Erfahrungen beeinflussen die funktionelle Entwicklung des Gehirns (Braun et.al. 2002). 

Ein sicheres Bindungsverhalten ist der beste Schutzfaktor für die Persönlichkeitsentwicklung. Er bildet die Basis für die umfassende psychische Entwicklung (emotional, kognitive und Verhaltensentwicklung) sowie für die Stabilisierung des Immunsystems durch eine gut abgestimmte Stressregulation.

Jeder Mensch hat ein angeborenes Motivationssystem, das bei Überforderung oder Angst die Herstellung von Nähe zu einer „Sicherheitspendenden“ Person steuert. Dieses „Bindungsverhaltenssystem“ bietet einen Überlebensvorteil.

Das Bindungsverhaltenssystem wird bei jeder Überforderung, Stress oder Bedrohung des Individuums aktiviert, das Kind zeigt durch Weinen, Rufen, Nachlaufen oder das Ausstrecken der Ärmchen seine Not und sein Bedürfnis nach Nähe.

Bindungsverhalten (Wunsch nach Nähe) und Erkundungsverhalten (Spielen, die Welt erforschen) regulieren sich normalerweise gegenseitig. Durch Stress und Belastung wird Bindungsverhalten aktiviert. Es beendet Erkundungsverhalten sofort. Trost und angemessener Körperkontakt durch die Bindungsperson beenden das Bindungsverhalten, das Kind spielt wieder und erkundet die Umwelt (Bindungs-Explorations-Balance).